Diagnostik und Therapie für alle Störungen des Hormonsystems

In unserer kinderendokrinologischen Sprechstunde kümmern wir uns um die Diagnostik und Behandlung von Funktionsstörungen und Erkrankungen hormonproduzierender Organe wie Schilddrüse, Hirnanhangsdrüse oder Nebennieren. Auf diesem Spezialgebiet bieten wir unseren Patienten im persönlichen und vertrauensvollen Gespräch eine umfassende fachärztliche Beratung und modernste Therapie. Mit Krankheiten dieser Organe können Störungen des Wachstums, der Pubertät, des Knochenstoffwechsels oder der Gewichtsregulation verbunden sein.

Häufige Gründe für eine Behandlung sind:

Schilddrüse

Die Schilddrüse befindet sich unterhalb des Kehlkopfes rechts und links der Luftröhre. Ihre Hormone L-Thyroxin (T4) und Trijodthyronin (T3) haben im Kindes- und Jugendalter eine immense Bedeutung für das Wachstum und die geistige Entwicklung. Die Erfassung von einer angeborenen Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) gehört deshalb bereits zum Umfang des Neugeborenenscreenings (Fersenblutuntersuchung). Aber auch später können Schilddrüsenprobleme auftreten und das Wachstum, die geistige und die Pubertätsentwicklung stören.

Die Beurteilung der Schilddrüsenfunktionswerte im Kindes- und Jugendalter unterliegt altersentsprechenden Besonderheiten, auf die wir als Kinder-Endokrinologen speziell eingestellt sind. Aufgrund der Laborwerte können wir Störungen der Schilddrüsenfunktion erkennen und von Normvarianten abgrenzen. Organveränderungen wie Entzündung, Vergrößerung oder Knotenbildung lassen sich sehr gut im Ultraschall darstellen. In wenigen Fällen schließt sich eine Szintigraphie der Schilddrüse zur weiteren Abklärung an. Alle diagnostischen und therapeutischen Schritte bis hin zur Operation durch einen speziell geschulten Schilddrüsenoperateur können in unserem Hause erfolgen.

Störungen der Pubertätsentwicklung

Als vorzeitige Pubertät (Pubertas praecox) bezeichnet man das Auftreten erster Pubertätszeichen beim Mädchen vor dem 8. Geburtstag und bei Jungen vor dem 9. Geburtstag.
Bei Ausbleiben von Pubertätsmerkmalen bis zum 13. Geburtstag beim Mädchen bzw. 14. Geburtstag beim Jungen spricht man von einer Pubertas tarda.

Beide Situationen können zu einer tiefen Verunsicherung von Eltern und den betroffenen Kindern oder Jugendlichen führen, so dass eine sensible Beratung sowie eine konsequente Abklärung und gegebenenfalls Behandlung notwendig sind.

Im Rahmen der Pubertät können weitere Phänomene die betroffenen Jugendlichen belasten und verunsichern. Dazu gehören die Akne, die Brustbildung beim Jungen (Pubertätsgynäkomastie) oder die Ausbildung einer starken Sekundärbehaarung beim Mädchen (Hirsutismus). Auch hinter diesen Fällen können sich Hormonstörungen als Ursache verbergen, die wir in unserer Sprechstunde sorgfältig von Normvarianten abgrenzen und entsprechend therapieren.

Übergewicht | Adipositas

Wann ist ein Kind adipös?

Eine Adipositas liegt vor, wenn der Körperfettanteil für das Alter und Geschlecht krankhaft erhöht ist

Die Messung des Körperfettanteils ist kompliziert und im Alltag nicht praktikabel. Üblicherweise orientiert man sich deshalb an dem Body Mass Index (BMI) als Maß für Übergewicht (BMI zwischen der 90.-97. Altersperzentile) und Adipositas (BMI oberhalb der 97. Altersperzentile).

In wenigen Fällen hat die Adipositas eine hormonelle Ursache, die aber immer ausgeschlossen werden muss. In den meisten Fällen entsteht das Übergewicht bei entsprechender genetischer Veranlagung durch ungünstige Ernährungsgewohnheiten und Bewegungsmangel.

Ursachen für Übergewicht

Die Diagnostik zielt zunächst auf den Ausschluss einer seltenen hormonellen Ursache des Übergewichts

Zusätzlich müssen mögliche, bereits bestehende oder sich entwickelnde Folgeerkrankungen wie Essstörungen, Fettstoffwechselstörung, Insulinresistenz, Diabetes mellitus Typ 2, Zyklusstörungen, Bluthochdruck, seelische Folgen und orthopädische Erkrankungen erfasst werden.

Bei gegebener Motivation des übergewichtigen Kindes oder Jugendlichen lassen sich all diese Probleme durch Umstellung der Ernährungs- und Freizeitgewohnheiten verhindern oder beheben. Wir zeigen Ihnen/euch, wie es geht und begleiten den Behandlungserfolg engmaschig.

In den Fällen nachgewiesener hormoneller Störungen sind medikamentöse Behandlungen nötig, die wir für Ihr Kind individuell anpassen und im Verlauf begleiten.

Wachstum

Kleinwuchs

Liegt die Körpergröße unterhalb der 3. Perzentile der Normkurven, sprechen wir von einem Kleinwuchs. Oft handelt es sich dabei um Normvarianten des Wachstums. Dazu zählen der familiäre Kleinwuchs und die konstitutionelle Entwicklungsverzögerung.

Davon abzugrenzen sind angeborene Störungen des Skelettsystems, Chromosomopathien wie z. B. Ullrich-Turner-Syndrom oder das Prader-Willi-Syndrom, Kleinwuchs in Folge von Schwangerschaftsproblemen (intrauterine Wachstumsretardierung) und sekundär erworbene Wachstumsstörungen durch eine Mangel- oder Fehlernährung, chronische schwere Organerkrankungen oder durch hormonelle Störungen.
Diese Vielfalt an möglichen Ursachen erfordert eine sorgfältige diagnostische Abklärung, die wir in unserer Sprechstunde vornehmen. Oft können wir besorgte Eltern und Kinder beruhigen und zu einer abwartenden Haltung raten. Anderenfalls können wir notwendige Therapien von speziellen Diäten bis hin zur Wachstumshormonbehandlung einleiten.

Hochwuchs

Das zu schnelle Wachstum von Kindern und Jugendlichen bietet manchmal Anlass zur Sorge. Zwei Fragen müssen dann geklärt werden:

  • Gibt es eine krankhafte, behandlungsbedürftige Ursache für den Hochwuchs wie eine vermehrte Wachstumshormonproduktion (Hypophysärer Hochwuchs), eine vorzeitige Pubertät oder eine Chromosomenanomalie?
  • Wie ist die Wachstumsprognose?

Meistens finden wir einen familiären oder konstitutionellen, damit „harmlosen“ Hochwuchs vor.

Die Wachstumsprognose können wir anhand der elterlichen Größen in Verbindung mit einer Röntgenaufnahme der linken Hand stellen. Liegt sie beim Mädchen höher als 185 cm und beim Jungen über 205 cm, kann eine wachstumslimitierende Therapie mit Sexualsteroiden eingesetzt werden. Diese darf nicht zu spät einsetzen, bei Mädchen bei einer Körperhöhe von etwa 170 cm und bei Jungen von 182 bis 185 cm.

Weitere Themen der endokrinologischen Sprechstunde
  • Hodenhochstand
  • Ullrich-Turner-Syndrom
  • Prader-Willi-Syndrom
  • Intersexualität
  • Transsexualität
  • Hypophysenstörungen
    • Wachstumshormonmangel
    • Kombinierte Hypophyseninsuffizienz
    • Diabetes insipidus
  • Prolaktinüberschuss